Portrait einer Frau
Listenplatz 3
Leben: geb. 03.12.1964 in Hagenau
Heimat: Baiersdorf – in der Hut
Umfeld: verheiratet, 3 Kinder
Ausbildung/Beruf: Studium der Biologie, Promotion in der Virologie; Privatdozentin (PD Dr. rer. nat.) und Leiterin der Forschungslabore in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums Erlangen. Forschungsschwerpunkte: Tumorbiologie, Diagnose und Immuntherapie
Kommunales und politisches Engagement: Fraktionssprecherin, Stadträtin (Bau- und Umweltausschuss, Energie-und Umweltausschuss bis zu seiner Auflösung 2025, Rechnungsprüfungsausschuss), Beisitzerin im Vorstand Bündnis90 / die Grünen Baiersdorf, “Gesicht”, Koordinatorin und Mitinitiatorin des ersten überparteilichen Bürgerbegehrens „Heimat Baiersdorf bewahren – Betonflut stoppen“ mit positivem Bürgerentscheid 2018
Ehrenamt und Mitgliedschaft in Vereinen: Erste Vorsitzende des Bund Naturschutzes Ortsgruppe Baiersdorf, Ehrenamtliche Mitarbeit im Umsonstladen, Mitglied in den Vereinen: Bund Naturschutz, Städtepartnerschaft Le Pont pour Pacé Partnerschaftsverein Baiersdorf, Witam Brenna, Baiersdorfer Sportverein (BSV)
Kontakt: jutta.ries@gruene-baiersdorf.de

Meine Themen im Detail:

Ich möchte immer ein offenes Ohr für individuelle Anliegen der Bürger*innen haben, die sie beschäftigen oder sie in ihrem täglichen Leben belasten. Genauso offen möchte ich die Politik gestalten. Vorhaben und Beschlüsse müssen den Bürger*innen offen, ehrlich und vor allem zeitnah mitgeteilt werden. Oft jedoch ist man hier auf eine zeitnahe Berichterstattung der lokalen Medien angewiesen. Um die Stadtratsprozesse transparenter zu gestalten, sollten auf einer Plattform der Homepage der Stadt Baiersdorf Sitzungsunterlagen und getätigte Beschlüsse mit Abstimmungsergebnissen veröffentlicht werden. Zudem möchte ich die Bürgerbeteiligung fördern.

Der Schutz unserer Natur und der Artenvielfalt ist mir als aktivem Mitglied des Bund Naturschutz ein zentrales Anliegen. Ich möchte unsere strukturreiche Kulturlandschaft – Wälder, Wiesen und Felder – bewahren und die Stadt als liebenswerten fränkischen Ort erhalten. Eine Gemeinde wird künftig nicht nur nach Einwohnerzahl und Wirtschaftskraft bewertet, sondern nach Lebensqualität: grünes Wohnumfeld, Naherholung, naturnahe Stadtökosysteme und großzügige Freiräume.
Daher sollen Flächen biodiversitätsfreundlich umgestaltet werden – etwa durch heimische Hecken, Bäume, Blühwiesen und renaturierte Gewässer. Auch Parks, Plätze, Straßenränder und Baumscheiben sollen naturnah gestaltet sein. Landwirte möchte ich beim ökologischen Anbau, bei Blühstreifen und Feldhecken unterstützen und ihre Erfahrung aktiv einbeziehen.
 
Förderung der Biodiversität und Artenvielfalt im öffentlichen Raum
 
Biodiversität – also die Vielfalt von Arten, Lebensräumen und genetischen Ressourcen – ist Grundlage für das Leben in unseren Städten.
Stadtnatur“ umfasst Pflanzen, Tiere und natürliche Elemente in Städten wie Parks, Grünflächen und Flussufer. Sie fördert Biodiversität, verbessert das Stadtklima, Luftqualität und bietet Erholung, was sie für eine nachhaltige und lebenswerte Stadtentwicklung wichtigmacht. Die Kommunen spielen hier eine zentrale Rolle: Städte gestalten Flächen, bewirtschaften Grünanlagen und schaffen so Rahmenbedingungen für eine naturfreundliche Entwicklung. Pflanzaktionen und planerischer Einbindung von naturnahen Flächen innerhalb städtischer Gebiete fördern die Stadtnatur. Im aktuellen Flächennutzungs- und Landschaftsplan sind Ziele zu Biodiversität und Biotopverbund verankert. Dennoch bietet die 11,8 km² große Stadt noch viele Chancen, Siedlungs-, Grün- und Naturräume stärker zu vernetzen.
Baiersdorf steht vor Herausforderungen bei der Entwicklung einer vielfältigen Stadtnatur, da Flächenknappheit, aufgeräumte Grünflächen und Zersplitterung die Biodiversität einschränken. Der Klimawandel verschärft die Situation. Konkrete Maßnahmen umfassen die ökologische Aufwertung bestehender Flächen – etwa durch Blumenwiesen, Totholz oder klimaresiliente Bäume – sowie Dach- und Fassadenbegrünung. Ergänzend tragen naturnahe Uferbereiche, Retentionsflächen und vielfältige Wasser- und Sonderstandorte zur Klimaanpassung bei. Bürgerbeteiligung und Umweltbildung, zum Beispiel durch Blühpatenschaften oder Kooperationen mit Vereinen und Schulen, stärken die Akzeptanz. Ein kontinuierliches Monitoring der Artenvielfalt und Biotopentwicklung sichert Transparenz und zeigt Fortschritte auf.

Förderung der Biodiversität auf gewerblichen Flächen
Die Förderung der Biodiversität auf gewerblichen Flächen ist ein wichtiger Beitrag zu einer ökologisch zukunftsfähigen Stadtentwicklung. Unternehmen können durch naturnahe Gestaltung ihrer Außenbereiche – etwa mit heimischen Pflanzen, Blühflächen, Hecken oder entsiegelten Bereichen – wertvolle Lebensräume für Insekten, Vögel und andere Tiere schaffen. Solche Maßnahmen verbessern nicht nur das lokale Stadtklima, sondern stärken auch das positive Erscheinungsbild und die Verantwortung der Betriebe gegenüber Umwelt und Gesellschaft. Eine enge Zusammenarbeit mit Unternehmen sowie Anreize und Beratung können dazu beitragen, gewerbliche Flächen zu lebendigen, artenreichen Grünräumen zu entwickeln.

Förderung der Biodiversität auf privaten Flächen
Private Gärten und Grundstücke spielen eine zentrale Rolle beim Erhalt und der Förderung der Biodiversität. Durch die Bepflanzung mit heimischen Gehölzen, Blumenwiesen, Hecken und Stauden können Eigentümer wertvolle Lebensräume für Insekten, Vögel und andere Tiere schaffen. Die Inhalte der Grünordnungspläne sollen den Bürger*innen besser vermittelt und konsequenter umgesetzt werden, insbesondere bei Neubauten. Beratungsangebote und die Sensibilisierung der Bürger*innen sollen dabei helfen, Gärten naturnah zu gestalten. So kann aktiv zum Schutz unserer Artenvielfalt beigetragen werden. Viele kleine Maßnahmen auf privaten Flächen summieren sich zu einem großen Beitrag für ein lebendiges und ökologisch stabiles Umfeld. So können wir gemeinsam die Biodiversität in Baiersdorf nachhaltig stärken.

Ausbau der Stadtnatur
Der Ausbau der Stadtnatur ist entscheidend für Lebensqualität, Klimaanpassung und Biodiversität in unserer Stadt. Öffentliche Plätze wie Rathaus- oder Kirchenplatz sollten saniert und entsiegelt werden, um Versickerung, Kühlung und ökologische Vielfalt zu fördern. Straßenränder und andere Flächen sollten begrünt, klimaresiliente Bäume gepflanzt und naturnahe Strukturen geschaffen werden. Solche Maßnahmen machen die Stadt lebenswerter, ökologisch stabiler und tragen aktiv zum Schutz von Umwelt und Artenvielfalt bei.

Schutz des natürlichen Umfelds und unserer strukturreichen Kulturlandschaft
Der Schutz unseres natürlichen Umfelds und der vielfältigen Kulturlandschaft ist entscheidend, um Lebensqualität, Artenvielfalt und ein gesundes Ökosystem zu erhalten. Unsere Wälder, Wiesen und Felder prägen nicht nur das Landschaftsbild, sondern bieten wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Diese Strukturen zu bewahren bedeutet, Verantwortung für kommende Generationen zu übernehmen. Eine nachhaltige Nutzung, der Erhalt natürlicher Flächen und eine behutsame Entwicklung unserer Umgebung sind daher unerlässlich, um unsere Heimat lebenswert und ökologisch stabil zu halten.

Bestellung eines/ einer Beauftragten zur Kontrolle der Einhaltung der Grünordnung
Die Einführung eines Beauftragten oder einer Beauftragten zur Überwachung der Grünordnung soll in erster Linie die Einhaltung naturnaher und biodiversitätsfördernder Gestaltung sicherstellen. Dabei geht es nicht um Zwang oder strikte Vorschriften, sondern darum, Verständnis und Bewusstsein bei Hausbesitzern und Gewerbetreibenden zu fördern. Durch Beratung, Unterstützung und Information können alle Beteiligten motiviert werden, ihre Flächen nach ökologischen Kriterien zu gestalten, wodurch die Artenvielfalt gestärkt und das Stadtbild nachhaltig aufgewertet wird.

Innovative Wohnquatiere
In Baiersdorf ist der Siedlungsdruck hoch und durch die große Nachfrage besonders nach bezahlbarem Wohnraum geraten Grün- und Freiflächen zunehmend unter Druck. Eine bessere Nutzung vorhandener Flächen – mit Geschosswohnungsbau statt Reihenhäusern und großzügigen, gemeinschaftlich nutzbaren Grünräumen – kann Biodiversität fördern. Die Gestaltung sollte sich an der 3-30-300-Regel orientieren: drei sichtbare Bäume von zuhause, 30 % Baumkronenanteil im Wohnumfeld und maximal 300 Meter bis zur nächsten Grünfläche. Diese Leitlinie für grüne Stadtplanung fördert nachweislich Gesundheit und Wohlbefinden. Zufahrtsbeschränkungen und Verkehrsberuhigung verlagern den Verkehr an den Siedlungsrand und ermöglichen kleinere Straßen, Dies führt ebenfalls zu mehr freien Flächen für städtisches Grün. Abgerundet wird das Konzept durch gutes Wassermanagement, erneuerbare Energien und eine gute ÖPNV-Anbindung.

Um den Flächenverbrauch und die Versiegelung nachhaltig zu senken, braucht es eine klare strategische Ausrichtung in der kommunalen Entwicklungsplanung. Ein konsequentes Leerstandsmanagement und die Nutzung bestehender Baulücken ermöglichen es, vorhandene Ressourcen effizient einzusetzen, ohne neue Flächen unnötig zu beanspruchen. Gleichzeitig sollte Wachstum sinnvoll, durchdacht und kontrolliert erfolgen, um ökologische und soziale Bedürfnisse miteinander zu vereinbaren.
Eine bessere Nutzung der verfügbaren Flächen kann durch Geschosswohnungsbau statt flächenintensiver Reihenhausstrukturen erreicht werden. Großzügige, gemeinschaftlich nutzbare Grünräume werten solche Quartiere zusätzlich auf und steigern die Lebensqualität. Die Schaffung innovativer Wohnquartiere, die moderne Wohnformen, Nachhaltigkeit und gemeinschaftliche Nutzung verbinden, ist ein zentraler Schritt, um zukunftsfähige Siedlungsstrukturen zu entwickeln und den verantwortungsvollen Umgang mit Flächen langfristig zu sichern.

Ein wirksamer Klimaschutz erfordert entschlossenes und zukunftsorientiertes Handeln. Die Nutzung erneuerbarer Energien muss deutlich forciert werden, um den Anteil fossiler Energieträger spürbar zu reduzieren und echte Fortschritte in der Energiewende zu erzielen. Ebenso entscheidend ist der Ausbau einer leistungsfähigen Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum, damit E-Mobilität für Bürgerinnen und Bürger alltagstauglich und attraktiv wird.
Darüber hinaus spielt der öffentliche Nahverkehr eine zentrale Rolle. Ein gut ausgebautes, zuverlässiges und bezahlbares Angebot schafft echte Alternativen zum Individualverkehr und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Emissionen.
Gemeinsam bilden diese Maßnahmen eine tragfähige Grundlage für nachhaltigen Klimaschutz und eine lebenswerte Zukunft.

Sozialer und bezahlbarer Wohnungsbau
Der soziale und bezahlbare Wohnungsbau muss deutlich stärker fokussiert und gefördert werden, damit auch Menschen mit geringem Einkommen die Chance auf ein sicheres und würdiges Zuhause haben. Wohnraum ist ein Grundbedürfnis – deshalb braucht es klare politische Prioritäten, mehr Investitionen in sozialen Wohnraum sowie eine nachhaltige Planung, die langfristig bezahlbare Mieten garantiert. Nur so kann gesellschaftliche Teilhabe gewährleistet und sozialer Ungleichheit wirksam entgegengewirkt werden.

Beratung für alleinerziehende Mütter und Väter sowie Familien in Not
Eine leicht zugängliche Beratung für alleinerziehende Mütter und Väter sowie Familien in Not ist von zentraler Bedeutung. Viele Betroffene wissen nicht, welche Unterstützungsangebote ihnen zustehen oder an welche Ämter und Hilfsstellen sie sich wenden können. Daher braucht es klare Informationsstrukturen, niedrigschwellige Beratungsangebote und gut vernetzte Anlaufstellen. Nur wenn Hilfe transparent, erreichbar und verständlich ist, können Familien in schwierigen Lebenslagen schnell entlastet und nachhaltig gestärkt werden.

Berücksichtigung der Anliegen aller Generationen
Senioren haben schon viele Angebote, die sie nutzen können. Trotzdem könnte ihre Situation und die ihrer Angehörigen verbessert werden. So ist der Ausbau der Tagespflegestätten dringend notwendig.

Familienpolitik: Als berufstätige Frau und Mutter mit damals drei kleinen Kindern, weiß ich, wie schwierig es ist, Beruf und Familie zu koordinieren und allen Belangen gerecht zu werden. Deshalb ist der weitere Ausbau einer bezahlbaren Kinderbetreuung vom Klein- bis zum Schulkind wichtig.

Förderung der offenen Jugendarbeit; Schaffung eines Treffpunkts für die Jugend und junge Erwachsene: Jugendarbeit ist ein Stiefkind in Baiersdorf. Als früheres Mitglied des CVJM und langjähriges Mitglied der JOB stehe ich für eine von den Jugendlichen selbstbestimmte und eigenverantwortliche Jugendarbeit.
Die offene Jugendarbeit muss gezielt gestärkt werden, um jungen Menschen sichere Räume für Begegnung, Austausch und persönliche Entwicklung zu bieten. Ein fester Treffpunkt für Jugendliche und junge Erwachsene schafft Orientierung, fördert soziale Kompetenzen und bietet gleichzeitig Schutz sowie sinnvolle Freizeitangebote. Durch eine verlässliche Förderung solcher Einrichtungen wird die Jugend aktiv unterstützt und in ihrer wichtigen Rolle für die Zukunft unserer Gesellschaft gestärkt.